Nachdem die Spielemesse in Essen uns ein gewaltiges Stück vorangebracht hatte, war es nun an der Zeit, sich den Buchfreunden Deutschlands zu stellen:
AERA wagte sich auf die Leipziger Buchmesse. Möglich war dies, wie auch schon in Essen, durch das vorbildliche Engagement der Jungs und Mädels vom
Projekt Odyssee (PrO).
Auf der Buchmesse war ihr Stand, an dem auch wir von AERA zu finden waren, jedoch noch viel beeindruckender als in Essen.
Zusammen mit dem Leipziger Rollenspielverein hatte die PrO eine Standfront, die sämtliche Rollenspielverlage in den Schatten stellte.
Der Stand der PrO in all seiner Pracht.
Umso motivierter waren wir natürlich, den Buchfreunden das Rollenspiel AERA nahe zu bringen, auch wenn wir uns auf schwere Zeiten vorbereitet hatten
- solch prosaische Freizeitbeschäftigung für literarisches Publikum, ob das gut gehen konnte? Tja wir hatten völlig umsonst gebangt, die Messebesucher
stellten sich als absolute Rollenspielfanatiker heraus. Die PrO konnte über die gesamte Messedauer über hundert Testspielrunden verzeichnen, und auch
das AERA-Team leitete rund um die Uhr Testspiele.
Christian mit dringend nötiger Stärkung bei einer Testrunde
Die Spielrunden waren ein echter Erfolg. Die Spielerschaft war vollkommen durchmischt: absolute Neuling und langjährige Rollenspieler, Mangafans
oder Jugendpfleger.
Die Folge waren zum Teil auch sehr erheiternde Situationen... wann erlebt man es im Storytellingbereich sonst, daß ein D&D Veteran tapfer die
düstere Stimmung gegen Diablo2-reife Auftritte von Dragonballfanatikern verteidigt?
Die Folge der vielen erfreulichen Spielrundenerlebnisse war es dann, daß Christian am Ende des Samstags praktisch keine Stimme mehr hatte und
sich krächzend verständlich machen mußte. Am Sonntag mußte daher dann auch Sebastian ran und AERA-Interessierte mit Kurzspielrunden versehen.
Ein absolutes Highlight der Messe waren natürlich Tobis Zeichenkünste, auch wenn es dieses Mal seine rosa Sonnenbrille war, die das größte Aufsehen
erregte - ok, sie stellte sich bald als orange-farben heraus, aber das war dann auch egal. Schnell sammelte sich eine Traube interessierter Zuschauer und
beobachtete Sebastian und Tobi beim Brainstorming zu Kyrischen Kirchenorden. Das war Entwicklungsarbeit live und zum Anfassen - kein Wunder, daß bald
kein Durchkommen mehr war.
Entwickler bei der Arbeit... mit reichlich interessiertem Publikum
Als würdige Abschluß des Samstags erlebten wir dann unsere erste Mangaparty. Comics in Leipzig hatte diese Party organisiert und hatten damit
offensichtlich den Geschmack vieler Messebesucher getroffen. Eine Leipziger Girlgroup
sang japanische Mangahits, ein japanischer Opernsänger bot ins Deutsche übersetzte Volksweisen dar und versetzte das Publikum mit "Evangelion" in Ekstase.
Tja, und am Ende mußte ein Pizzaservice das warme Buffet retten. Alles in allem wirklich ein außergewöhnliches Erlebnis.
Die Party und die Zeitumstellung auf Sommerzeit erwischte einige der Messebesucher offensichtlich recht kalt, denn am Sonntag begann es erheblich ruhiger.
Wir begannen derweil allmählich an Schicksal zu glauben, schließlich war auch in Essen von Samstag auf Sonntag die Uhr umgestellt worden - natürlich auf
Winterzeit, aber immerhin ;).
Da am Sonntag auch im Laufe des Tages die Messe etwas ruhiger blieb, hatten wir ab und an Zeit, uns nebenher
Gedanken zu AERA zu machen.
Sebastian steckt wohl noch der anstrengende Samstag in den Knochen
Tobi zeichnete eifrig ein paar Archetypen und erregte prompt die Aufmerksamkeit eines chinesischen Comic-Verlegers. So erfuhren wir viel Neues.
Etwa, daß in China europäische Comics in sind, daß man Fantasy mag und daß Rollenspiel bald auch dort groß rauskommen könnte.
Ein besonderer Punkt, auf den auch noch hingewiesen werden muß, war natürlich das erste Abenteuer für AERA. Wir hatten eine Hand voll gedruckter
Kurzabenteuer dabei, und so gab es das erste gedruckte Werk zu AERA zu kaufen. Das gute Stück machte erfreulicher Weise Eindruck,
denn sogar
Feder&Schwert hatte Lob dafür übrig. Das macht natürlich stolz, schließlich ist man dort ebenfalls stets sehr um gehobenes Erscheinungsbild
bemüht.
Das Abenteuer immer mittendrin!
Als Abschluß kann man nur sagen, der Besuch in Leipzig hat sich sehr gelohnt. Also, Leipzig, wir kommen wieder!